Ausgependelt – ein Pendlerleben

Seit zwei Wochen kein Pendeln. Eigentlich ganz angenehm, wenn der Grund dafür kein Virus wäre.

Zwei Wochen Homeoffice – eine Bestandsaufnahme

Im Vergleich zu Familien und alleinerziehenden Eltern ist mein Homeoffice-Alltag einfach. Ich habe keine Kinder, mein Partner arbeitet routiniert von zu Hause aus und ein Haustier haben wir auch nicht. Da braucht es also keine große Situationsanalyse, wer hier die größeren Herausforderungen zu bewältigen hat. Aber: Jeder, egal ob allein, zu Zweit, im Urlaub gelockdowned oder große Familie – die Situation ist für alle neu. Denn irgendwas ist bei jedem im Alltag plötzlich ungewohnt und anders. Sei es die Schließung des geliebten Fitnessstudios, der fehlende Kaffeeplausch auf dem Flur, das unsichtbare Klopapier in den Läden, die fehlenden Helfer bei der Essensausgabe, die Marienkäfer-Kindergartengruppe, der ausbleibende Oma-Sonntag, das abgesagte Lieblingskonzert oder der gemütliche Abend mit Freunden beim Italiener um die Ecke – ALLES ist anders. Und jeder hat ein Recht darauf, das gut oder weniger gut zu finden. Oder eben so irgendwie anders. Aber durchziehen müssen wir das gemeinsam! Fangen wir bei der Hauptaufgabe im Alltag der meisten Menschen an: Geld verdienen.

Arbeiten von zu Hause? Das seid ihr Menschen in Agenturen doch gewöhnt.

Als bald fertige Redaktionsvolontärin in einer Digitalagentur ist es keine große Herausforderung das Home zum Office zu machen. Laptop, Block, Stift, Ladekabel (gerne mal vergessen) und ein wacher Geist sind ziemlich ortsunabhängig. Ok, das mit dem Geist ist … manchmal ein bisschen anders, aber in der Regel schon irgendwie da. Würziger Kaffee oder Schwarzer Tee richten den Rest. Was soll einen da jetzt nun also im Homeoffice noch schockieren?

Stimmt. Es läuft gut. Es läuft sogar sehr gut. Die Arbeitsabläufe sitzen, man muss an manchen Stellen etwas genauer kommunizieren, aber die täglichen Aufgaben lassen sich gut umsetzen. Gelernt ist halt gelernt! Auch größere Projekte können mit guter Organisation in Angriff genommen werden. Das finde ich richtig klasse! Aber…

Das Arbeiten ist schön, aber anders.

Das Schreiben und Denken vom eigenen Schreibtisch funktioniert ziemlich gut. Auch verbringt man automatisch mehr Zeit mit dem Partner, was ich persönlich wunderbar finde. Waren die Wochen zuvor manchmal unfassbar schnell vorbei, so habe ich subjektiv ein langsameres Zeitgefühl bekommen. Ich kann mehr vom Leben hier, vor meiner Haustür, spüren, auch wenn es aktuell stark eingeschränkt ist.
Dennoch fehlen manche Menschen, wie beispielsweise jene mit einem flotten Spruch auf den Lippen, Kollegen mit einem breiten Lächeln oder die herzliche junge Dame, die eigentlich nie schlechte Laune hat. Oder der Stammtisch, an dem alle irgendwie immer ein bisschen privater sind und es einfach sehr schnell ur-gemütlich wird.

Fettes Problem: Bewegungsmangel im Homeoffice

DAS ist eigentlich die größte Herausforderung! Versteht mich nicht falsch: Ich freue mich sehr, nicht in die wohl riechenden Züge steigen zu müssen. Aber die Bewegung fehlt. Ob Treppenstufen, kleine Fußwege oder der nachmittägliche Hechtsprung zum Zug – zu Hause nicht vorhanden. Es sei denn, man wohnt vielleicht direkt in Bahnhofsnähe und kann sich daraus ein abgefahrenes Fitness-Programm basteln.
Ich bin in keinem Fitnessclub angemeldet, weder analog noch digital, oder habe ein hauseigene Sportstudio. Was muss also herhalten? Genau, der innere Schweinehund mit seinem enormen Eigengewicht. Nicht so leicht!

Tipps für ein gesünderes Homeoffice (to be continued):

  • Frischluft: Wer sich frühs zum Schreibtisch geschlurft hat – Fenster auf! Macht wach und munter. Sonne ist auch nicht sooooo verkehrt.
  • Locker-Flockig: Mit kleinen Lockerungsübungen nach dem Aufstehen fühlt man sich direkt ein bisschen lebendiger.
  • DIY-Stehtisch basteln: DHL-Kartons schließen und übereinander auf eine Kommode stapeln – fertig! Andere Kisten oder, für Fortgeschrittene, eine kleine Bank eignen sich je nach Tischhöhe genauso gut.
  • Good old thing: Spaziergänge sind der Trend 2020! Einfach Schuhe an, Jogginghose vielleicht gegen eine Jeans tauschen und raus!
  • Schluck für Schluck: Keine ganze Flasche Wasser an den Ort des Arbeitens nehmen, sondern lieber nur glasweise.
  • Nicht so viel futtern: Es verlockt einfach sehr, zu Hause rumzuknabbern und endlich die Schokolade zu essen, die einen schon seit Weihnachten vorwurfsvoll anschaut. Und die Chips waren ja auch nicht so unlecker … Wenn man also dem Genuss gefolgt ist, könnte man wieder die Disziplin walten lassen um sich nicht über mögliche Homeoffice-Kilos zu ärgern.
  • Aus die Maus: Einfacher gesagt als getan, aber feste Arbeitszeiten sind wichtig. Es verlockt allzu sehr, noch diese oder jene kleine Aufgabe zu erledigen, weil man ja schon zu Hause ist. Überstunden gibt’s im Homeoffice dann gratis dazu. Also lieber: Gutes Zeitmanagement. Feierabend. Laptop zu.
  • Muss kein Marathon sein, Bewegung reicht: Springseilspringen, Radfahren, klassische Gymnastik oder Tanzen

Was sind eure Tipps um im Homeoffice gut und gesund arbeiten zu können? Oder wie ihr es zumindest versucht … 😉