Etappe 2 – Backpacking zum Pico Ruivo auf Madeira

Info-Quicky

  • Casa do Burro (ca. 1450-1500 m) – Pico do Arieiro (1816 m) – Casa de Abrigo (1775 m)
  • Viel Gesellschaft auf dem Pfad Pico do Arieiro zum Pico Ruivo
  • Bergpanoramen, Schluchten & Treppen
  • Übernachten am Pico Ruivo mit Improvisation im Gepäck

Nach einer ruhigen Nacht, standen wir früh auf und genossen das Panorama mit Kaffee und Früchtebrot über den Wolken. Danach wurde wieder alles fix verstaut, der Rucksack landete auf dem Rücken und mit Sonne im Rücken ging es los.

Erfahrungen auf der Tour von Casa do Burro zur Casa de Abrigo

Der sich langsam anschleichende Muskelkater wurde mit den ersten Kilometern sofort weggewandert. Auf der Inselstraße ging es hinauf zum Pico do Arieiro (1816 m). Dies ist durch die vorbei fahrenden Autos und den harten Boden unter den Füßen etwas anstrengend. Die Straße wurde von Berggipfeln gesäumt, Schluchten eröffneten sich bei neugierigen Blicken nach rechts und links. Es ist wahrlich ein Wunder, dass es keine Auffahrunfälle gab, die durch den ein oder anderen längeren Blick in die Natur hätten verursacht werden können.

Aussicht auf die Berge und Schluchten Madeiras.
Von der Inselstraße ruhig mal einen umsichtigen Blick ins Tal der Berge auf Madeira wagen.

Als wir fast am Pico ankamen, gab es schon einen ordentlich gefüllten Parkplatz. Klar, da führt ja eine Straße hin, von daher ist das wenig überraschend.

Der Touristenpfad

Nach einer Stärkung in dem Bistro am Pico do Arieiro ging es weiter auf der Etappe. Nun waren wir nicht mehr allein unterwegs. Für viele ist diese Strecke ein ambitionierter Tagesausflug. Durch die Bekanntheit des Weges, wurde hier mehr Energie in den Ausbau gesteckt: Pflastersteine, Treppen, Seile zur Sicherung an bestimmten Stellen. Mit unseren großen Rucksäcken zogen wir Blicke auf uns – niemand hatte hier so viel Gepäck. Der Trend ging eher zum Tagesrucksack oder ganz minimalistisch zur Trinkflasche.

Große und kleine Trepppen auf dem Weg zum Pico Ruivo.
Ein Grund zur Freude: gut ausgebaute Wege und Treppen auf der zweiten Etappe.

Der Weg ist etwas für Menschen, die sich selbst gut motivieren können. Der Grund: Der gesamte Weg ist ein Auf und Ab an Treppen und Pfaden. Sind 150 m nach oben geschafft, geht es mit dem nächsten Streckenabschnitt wieder 250 m in die Tiefe usw. Aussichten, Schluchten und emporragende Felsformationen waren aber natürlich großartig! Es gab sogar Tunnel, die mit einer Grubenlampe sicher durchschritten wurden.

Tunnel auf dem Weg zum höchsten Berg von Madeira.
Eine willkommene Abkühlung im Tunnel auf dem Weg zum Pico Ruivo.

Nach einer unzählbaren Menge an Stufen und vielen Sonnenstunden sowie manch fluchenden Worten, erreichten wir gegen 19 Uhr die Casa de Abrigo. Dies war ein nicht mehr so ganz intaktes Haus unterhalb des Gipfels des Pico Ruivo mit kleinem Plateau und Brunnen.

Gesucht: Zeltplatz. Gefunden: öffentliche Toilette.

Für diese Nacht hatten wir eine Genehmigung für den Trekkingplatz geholt – wurden aber jäh enttäuscht. Der sogenannte Trekkingplatz war in der Realität eine großflächige Toilette mit Geschäften jeder Art – es stank. Hinzu kam, dass der Boden extrem hart und schräg war, sodass ein Zeltaufbau nicht möglich war.
Und nun – so mitten am Berg?

Ein paar Meter abseits der Casa de Abrigo bot sich glücklicherweise eine Stelle an. Auf der einen Seite ging es tief abseits ins Tal, auf der anderen ging der Pfad Richtung Achada do Teixeira (1592 m) weiter. Es war eine atemberaubende Lage für eine Übernachtung am Berg!

Zelten unterhalb des Pico Ruivo.
Ein sehr exklusiver Zeltplatz mitten in den Bergen auf Madeira.

Nach dem Zeltaufbau wurde es etwas windig, in der Höhe recht schnell kühl. Dick eingepackt und löffelnd mit einer heißen Mahlzeit auf dem Stein, schauten wir ins Tal und über die Berge in der Abendsonne. Wunderbar kitschig aber echt schön!

Aussicht unterhalb des Pico Ruivo auf Madeira.

Kleine Anekdote zur Nacht am Berg:
Unser Zelt stand ca. auf 1650 m Höhe in der wilden Natur, mutterseelenallein. Man möchte meinen, dass dort niemand zur nächtlichen Tageszeit entlang kommt – wir wurden eines besseren belehrt: Eine Gruppe portugiesischer Jugendlicher machte sich in dieser Nacht samt Campingausrüstung und Ghettoblastern zur Casa de Abrigo auf. Inmitten der Bergstille veranstalteten sie ein kleines Technofestival. Da glaub man, am Ende der Welt zu sein und wird von der einheimischen Jugend auf Maderia ins Hier und Jetzt geholt.