Etappe 4 – so weit die Füße auf Madeira noch wandern können

Info-Quicky

  • Gut ausgebaute Passstraße
  • mit dem Taxi zu fahren ist keine Schande
  • sehenswertes kleines Porto Moniz

Nach den Anstrengungen am Vortag haben wir uns eine ordentliche Mütze Schlaf gegönnt. Bei Tageslicht offenbarten sich auf dem Trekkingplatz große Feuerstellen und eine großartige Lage unterhalb der Berge. Ich meine, nicht, dass wir das schon schmerzlich mitbekommen hätten, wo der Campingplatz liegt, aber es gibt eben auch eine tolle Aussicht nach oben auf manche Gipfel. Nach Kaffee und einem warmen Frühstück ging es wieder weiter mit Kurs auf Porto Moniz.

Erfahrungen auf der Tour von Chão dos Louros nach Porto Moniz

Auf der sich schlängelnden Passstraße gingen wir einfach weiter bergab. Die Vegetation der Insel brachte uns immer noch zum Staunen – einfach traumhaft! Wir liefen die Straße weiter, passierten kleine Ansiedlungen und Weinberge.

Weinberge auf Madeira
Die Passtraße auf Madeira führt Richtung São Vicente an Weinbergen vorbei.

Nach einem Blick auf die Karte und einem vergleichenden vor uns, fiel uns auf, dass es keinen richtig angenehmen Weg von Vargem nach Pé da Corrida gab, um weiter nach São Vicente zu kommen. Da wir weder Lust auf weitere ungeplante Abenteuer noch auf Hupkonzerte auf der Schnellstraße hatten, riefen wir uns bei einem kühlen Getränk in Vargem ein Taxi.
Mit diesem düsten wir direkt zum kleinen Campingplatz in der Nähe von Porto Moniz. Er ist einer der offiziellen Campingplätze auf der portugiesischen Insel, in einem kleinen Tal gelegen. Es lief alles sehr unkompliziert, einen Stellplatz konnten wir uns noch aussuchen, Sanitäranlagen waren großzügig. Genau das richtige für eine lang ersehnte Dusche!

Porto Moniz – der Nord-Westen auf Madeira

Da der Campingplatz wenige Kilometer von der Stadt Porto Moniz entfernt ist, musste noch der richtige Weg dorthin gefunden werden. Aufgrund unserer menschlichen Natur, liefen wir einfach los. Irgendwo werden wir schon raus kommen!
Richtung Porto Moniz verlief die Inselstraße, parallel gab es an manchen Stellen einen Weg. Dieser ist aber durch Gesteinsabbrüche oftmals nicht durchgehend begehbar. Was bleibt einem also als Fußgänger übrig? Vorsichtig, direkt an der Straße zu laufen und im Tunnel die Luft anzuhalten.

Steinschlag auf dem Weg nach Porto Moniz
Vorsicht – großzügiger Steinschlag auf dem ‚Fußweg‘ nach Porto Moniz.

Aber es hat sich gelohnt! Die Stadt ist überschaubar, hat kleine Lädchen, Restaurants, einen Supermarkt und ein einzigartiges Naturschwimmbecken mit Freibadcharakter. Wer es noch naturbelassener mag, kann sich in den kleinen Naturpools aus Lavagestein erfrischen. Eine Sache war an dem Tag aber noch viel wichtiger – ein Abendessen mit frischen Zutaten! Das ganze Dosenfutter hält man nur einen gewissen Zeitraum aus. Wir landeten in einem Restaurant oberhalb der Lavapools und belohnten uns mit einem guten Essen. Die regionale Vorspeise Bolo de (do) Caco hatte es uns besonders angetan: Dieser geschmackliche Knaller ist ein kleines, warmes, Brot, gefüllt mit Knoblauch und Kräutern. Es ist aus Süßkartoffeln hergestellt, sehr flach, weich und lecker.

Eine regionale Speziliät auf Madeira: Bolo de Caco

Die nächsten Tage verbrachten wir mit weiteren Erkundungen rund um Porto Moniz, denn so ganz ohne Bewegung konnten wir es doch nicht aushalten. Natürlich durfte auch ein Bad im naturnahen Freibad nicht fehlen, was bei großen Wellen eine besonders imposante Kulisse bot. Außerdem machten wir uns noch zu einer weiteren kleinen Levada-Tour (Blogbeitrag folgt noch) auf.

Das Naturschwimmbecken in Porto Moniz.

Die Tage in Porto Moniz haben wir nach unserer aufregenden Trekkingtour in den Bergen sehr genossen. Nach drei Nächten auf dem Campingplatz fuhren wir mit einem örtlichen Bus wieder in die Hauptstadt Madeiras – denn dort gab es ja auch noch einiges zu entdecken.

Ein gut gemeinter Hinweis zur Nachtruhe auf dem Campingplatz:
Wir waren im Juli dort und konnten nachts in dem Tal sehr interessante Laute hören, die einem fast den Schlaf raubten – kreischende, fast lachende Schreie, ähnlich einer lachenden Comicfigur. Von März bis September darf man sich dieses nächtliche Konzert anhören. Die Einwohner und Naturliebhaber freut es, da diese Gelbschnabel-Sturmtaucher, Cagarras, sehr selten sind und geschützt werden. Wer bei solchen Geräuschen nicht schlafen kann, sollte die Ohrstöpsel nicht vergessen. 🙂