Für Mutige: Pendeln im Sommer – ein Pendlerleben

Sommer ist grundsätzlich eine ganz herrliche Jahreszeit! Viel Zeit davon in Verkehrsmitteln zu verbringen ist allerdings weniger schön. Die Bahn klebt. Leider manchmal ein sehr real werdendes Gefühl.

Sitzen oder stehen? In Betracht der warmen Temperaturen und erhöhter Transpiration ist eine stehende Position besser – die Kleidung klebt weniger am Po und man entkommt großzügigem Körperkontakt im Vierersitz. Der Oberarm an der Metallstange, um sich anzulehnen, ist zwar angenehm kalt, dennoch – es klebt. Haut und Metall lassen nur ungern wieder voneinander los. Surfen kann da eine Alternative sein: Möglichst in der Nähe einer Haltestange hinstellen (zur Sicherheit) und nicht festhalten. Beine etwas breiter auseinander stellen, die Knie nicht komplett durchstrecken, mit den Füßen fest auf dem Boden stehen. Po und Bauch anspannen und immer schön auf die Bewegung des Zugs konzentrieren. Wer sicher ist und jede Weiche kennt, kann das ausprobieren (Ebenfalls um mal vom Smartphone in die Höhe zu schauen). Aber: Sitzen bleibt die kreislauffreundlichere und sicherere Variante, damit keiner beim außerplanmäßigen Halt durch die Gegend purzelt.

Was der Sommer ansonsten noch in solchen geschlossenen Systemen zu bieten hat? Jede Menge interessante, textile Kombinationen, ein stehendes Konzentrat an diversen Gerüchen und verzweifelte Blicke auf der Suche nach einem minimalen Lufthauch. Die Hitze scheint sowieso alles in die Länge zu ziehen: Verspätungen, Gesichter, die reguläre Fahrzeit und natürlich die Zeit bis zum ersten Urlaubstag.

Inmitten der Wärme fließt nebst Schweiß auch Bewunderung: Für Damen und Herren, die berufsbedingt eine, teilweise schwere, vorgeschriebene Kleidung tragen müssen. Die Wahl der sommerlichen Schläppchen und passenden Shorts steht auf diesem Arbeitsweg nicht zur Debatte. Apropos Arbeitskleidung: Die gepuderten Kunstwerke in so manchem Gesicht sind ebenso faszinierend. Versteht mich nicht falsch: Jeder darf gerne beherzt ins Schminktäschen greifen, wirklich, aber wie verdammt nochmal hält das? Wie oft muss das am Tag eigentlich liebevoll neu aufgetragen werden? Das wird doch alles flüssig! Menschliche Logik verbietet es irgendwie, dies als angenehmen zu empfinden. Es schwitzt und glänzt nämlich auch ganz vortrefflich ohne Make-up.

Ach ja: Wer sich mit schwitzenden Körpern in der Gemeinschaft und der vielseitig angereicherten Luft in Verkehrsmitteln nicht regelmäßig abgeben möchte, dem sei zum Homeoffice gratuliert! 😉