Backpacking und Wandern auf Madeira

Wir hatten Lust auf Wanderungen und eine richtige Backpackingtour! Recherchen vor der Reise im Internet ergaben jedoch nur wenige, handfeste Informationen zu unserem Vorhaben. Erfahrungsberichte gab es mehrheitlich zu Tagestouren, die von festen Unterkünften ausgingen.

Warum Madeira?

Madeira ist als Blumeninsel in vielen Ländern bekannt – gerade in Deutschland. Als Wandernation bekannt, kann dort die Leidenschaft für bergiges Laufen ausgelebt werden. Ganzjährig herrschen auf der Insel im Atlantischen Ozean angenehme, sommerliche Temperaturen und beeindruckt mit einer prachtvollen Natur. Manche Touristen lernen diese besondere Insel Portugals auf Kreuzfahrten kennen, andere wählen Madeira als direktes Reiseziel aus.

Im persönlichen Umfeld wurde von der Schönheit der Insel geschwärmt – und natürlich von dem bekannten Madeira Wein. Was braucht es mehr?

Taxistand in Funchal.
Bei einem Spaziergang durch die Hauptstadt der Insel: Funchal

Unser Plan

Mit Rucksack und Ausrüstung von Funchal im Süden der Insel auf den höchsten Berg von Madeira Pico Ruivo (1862 m ) wandern. Der Abstieg sollte dann nach Porto Moniz in den Nord-Westen gehen. Wanderpfade führen dabei oft an sog. Levadas vorbei. Das sind angelegte Wasserläufe, die zur Wasserversorgung und -verteilung auf Madeira dienen – es ist ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem.
Vorsichtshalber recherchierten wir auch Informationen zum Nahverkehr auf der Blumeninsel. Eine Alternative zu Bussen sind die vielen Taxis.

Neben dieser Inselüberquerung wollten wir noch Portugal ein bisschen näher kennenlernen – Lissabon und Ericeira.

Zeitlicher Rahmen
Die Zeitplanung war eher eine Schätzung anhand bisheriger Erfahrungen:
2 -3 Tage um von 0 m (Funchal) auf 1862 m (Pico Ruivo) zu wandern. 1-2 Tage um den Abstieg bis nach Porto Moniz zu wagen.

Camping auf Madeira

Nach und vor unserer Inselüberquerung wollten wir gerne in einem richtigen Bett schlafen – 1-2 Nächte im Hotel haben wir also im Voraus gebucht.

Campen ist auf der Atlantikinsel nicht einfach so gestattet – kein Wildcamping. Man benötigt eine kostenfreie Erlaubnis für die Übernachtung im Zelt (zeitliche Schätzungen sind ausreichend). Madeira verfügt über einige freie Trekkingplätze. Dafür haben sie oftmals keine sanitären Anlagen, sind aber mitten in der Natur. Feuerstellen und wahnsinnig tolle Aussichten gibt es on top. So eine Bescheinigung kann direkt online beantragt werden. Es lassen sich jedoch nicht alle Plätze auf diese Weise anmelden – manche tauchen in dieser Auflistung nicht auf. Da heißt es also einfach: Hinstellen und die Natur respektieren. 😊 Die Zusage kam ungefähr nach zwei Wochen per E-Mail.
(Update vom Juli 2019: Dieses Mal kam die Zusage sogar innerhalb von zwei Tagen.)

Trekkingplatz auf Madeira.
Zwischen Etappe 1 und Etappe 2 – der Trekkingplatz auf Madeira über den Wolken.

Welche persönliche Kondition ist fürs Backpacking auf Madeira notwendig?

Natürlich entscheidet jeder selbst, was er sich zutraut und was nicht. Leichtsinn und Überschätzung sind jedoch keine guten Reisebegleiter. Ebenfalls ist es keine Schande, eine Tour abzubrechen. Es kann beim nächsten Mal besser klappen!

Unsere körperliche Fitness ergab sich aus absolvierten Höhenmetern, u.a. in Bayern, Griechenland, Thüringen, Pfalz, Schweden und Sachsen. Zusätzlich halten wir uns durch (unregelmäßige) Radtouren fit.

Weitere Fähigkeiten helfen hier weiter:

  • Schwindelfreiheit
  • Trittsicherkeit
  • Orientierungssinn und/ oder Fähigkeit Karten zu lesen
  • keine Höhenangst
  • Respekt vor der Natur & Menschen
  • Teamwork
  • Neugierde
  • Achtsamkeit & mentale Stärke
  • Outdoor-Erfahrungen, die übers Anzünden eines Gaskochers hinaus gehen

 

Wandern über die Blumeninsel Madeira – die Etappen:

Etappe 1: Funchal – Casa do Burro
Etappe 2: Casa do Burro – Pico do Arieiro (1816 m) – Casa de Abrigo (1775 m)
Etappe 3: Casa de Abrigo – Pico Ruivo (1862 m) – Encumeada-Pass (1007 m) – Chão dos Louros
Etappe 4: Chão dos Louros – Porto Moniz